"Multitalent" von Hans-Jürgen Linke

Es gab eine Zeit, da galt der 1952 in Nakano geborene Ryuichi Sakamoto vor allem als Vertreter einer künstlerisch anspruchsvollen elektronischen Popmusik. Er arbeitete für und mit David Byrne, David Bowie, Iggy Pop, Youssou N´Dour und Madonna.

Aber die Zeiten haben sich geändert, und Ryuichi Sakamoto mit ihnen. Wollte man all den Berufen, die er im Kontext musikalischer Medien und Künste heute ausübt, einigermaßen vollständig gerecht werden, müsste man ihn einen Komponisten, Bühnenmusiker, Produzenten und DJ nennen.
Vor allem der Film beschäftigt ihn in den letzten Jahren immer wieder und zunehmend, und für die musikalische Umsetzung des Filmepos "Der letzte Kaiser" erhielt er 1987 einen Oscar, einen Grammy und einen golden Globe. Als Filmkomponist hat er inzwischen mit Bernardo Bertolucci, Oliver Stone und Pedro Almodóvar gearbeitetet. Aber auch eine multimediale Oper zählt zu seinen Werken, und seine Hinwendung zur klassischen Komposition zeichnet sich in den letzten Jahren immer deutlicher ab. Vor zwei Jahren hatte er einen Kompositionsauftrag zum Jubiläum der Quadratestadt Mannheim.
Jetzt hat Ryuichi Sakamoto sein neues Solo-Album "Out of Noise" herausgebracht. Aus diesem Anlass ist er auf Tournee gegangen. Von den nur drei Deutschland-Konzerten dieser Tour findet eines am Donnerstag in Heidelberg statt.

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