Der Musikjournalist Christian Broecking stellt auch zum 13. Festival wieder Künstler aus dem diesjährigen Festivalprogramm in kurzen Audio-Portraits vor. Einfach hier klicken und die Podcasts abonnieren.
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Dem norwegischen Trompeter und Klangbastler Nils Petter Molvaer ist mit seinem Album „Khmer“ 1997 das Kunststück gelungen, einen unverwechselbaren Sound zwischen dunklem Ambient und durchaus clubtauglichen Trance-Grooves zu erschaffen und über die Jahre auf einigen Alben konsequent weiter zu entwickeln. Zudem hat er mit Spezialisten eine dem eigentümlichen Sound angemessene Live-Präsentation mit Licht und Visuals erarbeitet.
„Eine beneidenswerte Lässigkeit ist im Raum, dazu eine auf der Bühne intensiv ausgelebte und mit dem Publikum zunehmend geteilte Spielfreude. Dazu passt auch die Abwesenheit von allem Stehengebliebenen, allem Altbackenen. Es ist eine ungemein moderne, hoch individualisierte, eigenartig formlose, dabei ganz und gar präzise Musik, die voller Erinnerungen an alles Mögliche steckt, ohne sentimental zu schwelgen.“ Soll man angesichts einer solchen Empfehlung tatsächlich noch einmal Wayne Shorters Biografie rekapitulieren?
In den achtziger Jahren fingen die Dogmen sowohl in der Popmusik als auch im Jazz langsam an zu bröckeln: Je weiter das Jahrzehnt fortschritt, desto offener wurde alles. Man musste keiner Bewegung mehr angehören, und die Stilpolizei kam auch nicht jedes Mal um die Ecke gerauscht, wenn man sich versehentlich im „falschen“ Genre tummelte. Zu dieser Zeit lernten sich der Bassist Reid Anderson und der Schlagzeuger David Kind im Norden der USA kennen, spielten in Rockbands zusammen, liebten alles, was Krach machte, und hörten dann auch genauer hin, als ihnen der Pianist Ethan Iverson über den Weg lief und von Jazzern wie Thelonious Monk oder Ornette Coleman schwärmte.
Seit 1974 können sich die Fans von Pat Metheny Jahr um Jahr zuverlässig auf neue Alben des Gitarristen freuen – jedes mit dem ausgeprägten Hang zur Perfektion. Mal solo, mal solo mit Orchestrion, mal im Duett mit Jim Hall oder Charlie Haden, mal mit der vierköpfigen Pat Metheny Group, mal mit der zum Sextett erweiterten Pat Metheny Group, mal hinreißend melodiös, mal verstörend avantgardistisch an der Seite von Ornette Coleman oder Derek Bailey, mal gefällig an der Pforte zur New Age-Music klopfend.
Der legendäre Tenorist Theodore Walter Sonny Rollins, geboren 1930 in New York, ist der last man standing des klassischen Jazz. Er hat noch mit Coleman Hawkins und Thelonius Monk, mit Bud Powell, Max Roach, John Coltrane und Don Cherry gespielt. Er hat mindestens ein gutes Dutzend Alben eingespielt, die in keiner Plattensammlung, die diesen Namen verdient, fehlen dürfen. Platten mit ganz bescheidenen Titeln wie „Saxophone Colossus“, „Our Man in Jazz“, „The Freedom Suite“ oder „Tenor Madness“.