Camille

So 12.10.2008

Camille

Frankreich

Alte Feuerwache Mannheim
Alte Feuerwache Mannheim
unbestuhlt
VVK 20 € zzgl. Gebühren / AK 25 €
Beginn 20 Uhr / Einlass 19 Uhr


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Besetzung
Camille: voc, p, ep, perc, backgr voc / Matthew Ker a.k.a. MaJiker: p, synth, perc / Sly Johnson: beatbox / Vincent Chtaibi: beatbox / Martin Gamet: contrabassoon, b, perc , backgr voc / Matthieu Eymard: perc / Gisela Razanajatovo: backgr voc / Isabel Gonzales: backgr voc

Camille
Schreie und Flüstern. Wer bei Erscheinen von Camilles erstmals „komplett englischsprachig“ (allerdings: with a very heavy accent) Album „Music Hole“ im Mai dieses Jahres angesichts der eindrucksvollen Musikalität der Sängerin und ihrer Mitstreiter so fassungslos wie hingerissen reagierte, hatte völlig recht. Das war von der Sängerin eines nur cleveren, aber blutleeren Projekts wie Nouvelle Vague nicht zu erwarten. Trotzdem sei an dieser Stelle der Hinweis erlaubt, dass das, was „Music Hole“ ausmacht, nämlich das Spiel mit dem Körper als Klangerzeuger, das vervielfachende Loopen und Verschränken von Stimmen und Geräuschen zu komplexen Rhythmen und der weitgehende Verzicht auf „normale“ Instrumente bereits auf den Vorgängeralben „Le fil“ und „Au trianon“ angelegt war. Was Camille jetzt mehr als überzeugend gelingt, ist weniger angeberhaft als eine Bobby McFerrin-Performance und trotz abgefahrener Flüssig-Perkussion weniger esoterisch als Björks „Medulla“. Vielleicht liegt das daran, dass Camilles Virtuosität durch Vulgarität und Kampflust geerdet scheint. Wenn sie in „Money Note“ einen federnd groovenden Klangkörper aus Doo-Wop, Gospel und R&B erschafft, um sich mit prominenten Sängerinnen wie Mariah Carey anzulegen und die Zeile „I Want To Beat Mariah“ spielerisch, aber ziemlich treffend mit dem Geräusch eines unter Hochdruck stehenden Teekessels unterlegt, hat sie die Lacher auf ihrer Seite. Kein Wunder, wenn DIE ZEIT jubelt: „Es ist eine kindliche Anarchie, die Freudenfeste feiert, voller Sprachspiel und Witz in den Texten.“

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