Fr 29.10.2010
Deutschland
Karlstorbahnhof Heidelberg
Karlstorbahnhof, Heidelberg
VVK 13 € zzgl. Geb. / AK 16 €
Beginn 21 Uhr / Einlass 20 Uhr
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Oval: electronics
Wohl kaum ein Projekt der elektro-akustischen Avantgarde hat einen dermaßen distinkten Sound wie Oval. Kaum hörte man das Knistern und Knacken, das repetitiv-rhythmische Haken defekter CDs, wusste man: das muss Oval sein. Dabei wird oft übersehen, mit welcher Konsequenz und Subtilität das Projekt um Markus Popp seinen spezifischen Sound entwickelte. Das Debütalbum „Wohnton“ (1993) kannte noch Gesang mit deutschen Texten. Später entwickelten Oval über Stationen wie „Systemisch“ (1994) bis hin zu „Ovalprocess“ (2000) gewissermaßen im Alleingang, aber dafür extrem wirkungsmächtig einen Sound, der als „Glitch“ bezeichnet wird. Nicht unerwähnt bleiben sollen an dieser Stelle das Seitenprojekt Mikrostoria, die Kooperationen mit der Postrock-Band Gastr del Sol und die Tatsache, dass Oval bei Kult-Labels wie Mille Plateaux und Thrill Jockey veröffentlichte. Nach „Ovalprocess“ und einer Kooperation mit dem Sänger Eriko Toyoda (2003) wurde es still um Markus Popp. Erst 2010 meldet er sich mit zwei Paukenschlägen (und deutlich verändertem Sound) zurück. Im Frühjahr erschien die EP „Oh“, im September dann „O“ – eine Doppel-CD mit 70 zum Teil sehr kurzen, aber atemberaubend schönen Tracks (mit analogen Drums!), deren Melodien nicht mehr dekonstruiert, sondern vielmehr in Zeitlupe prachtvoll entwickelt werden. Der Guardian schwärmte, dass jetzt erstmals der Musiker Popp hinter dem Techniker Popp ins Rampenlicht trete. Was das wohl für die Live-Performance erwarten lässt?