Konzerte von Michael Wollny – wieder Tickets verfügbar

Für die Solokonzerte von Michael Wollny am Samstag, den 31.07., in der Christuskirche Mannheim sind nun doch wieder einige Tickets verfügbar. Die kurzfristig angesetzten Nachholtermine können von einigen Karteninhaber:innen der ursprünglich im vergangenen Festival geplanten Konzerte nicht wahrgenommen werden. Die zurückgenommenen Tickets für die zwischenzeitlich ausverkauften Veranstaltungen um 17:00 Uhr sowie um 20:00 Uhr sind nun wieder im Verkauf. Daher haben Jazzfreund:innen die Chance, den deutschen Jazzpiano-Weltstar doch noch live zu erleben.

Neue Nachholtermine

Ersatztermin für das Solo Piano Konzert von Michael Wollny in der Christuskirche Mannheim: Am Samstag, den 31. Juli beschließt der Jazzpianist die letztjährige Festivalausgabe. Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit. Für die Zusatzshow um 17 Uhr gibt es noch wenige Restkarten.
Sa. 31.07.2021, Beginn 17 Uhr: Zusatzshow, Resttickets verfügbar
Sa. 31.07.2021, Beginn 20 Uhr: ausverkauft

Auch das im letzten Jahr geplante Konzert „Die Motives des Richard W.“ mit den Musikern Lömsch Lehmann, Matthias TC Debus und Erwin Ditzner wird am 20. Juli auf der Open Summer Stage des Kulturzentrums dasHaus Ludwigshafen nachgeholt. Das Konzert wird mit Mitteln aus dem Fonds der Bundesregierung NEUSTART KULTUR gefördert und ist kostenlos. Bereits gekaufte Tickets werden in Kürze von Reservix rückabgewickelt.
Do. 20.07.2021, Beginn 19 Uhr: Summer Stage Kulturzentrum dasHaus Ludwigshafen,
Eintritt frei.

Jon Hassell verstorben

Mit dem Trompeter und Komponisten Jon Hassell ist einer der einflussreichsten Innovatoren und Inspiratoren neuer Musikstile und -techniken im Alter von 84 Jahren verstorben. In der Region wird vor allem sein grandioses Enjoy-Jazz-Konzert 2006 in der Alten Feuerwache in Erinnerung bleiben. Hassell hat mit seiner Elektrifizierung nicht nur das Klangbild der Trompete maßgeblich erweitert und damit Türen für Musiker wie Nils Petter Molvaer aufgestoßen. Er hat mit seiner als „Fourth World“ bezeichneten mikrotonalen Klanggestaltung zu einem völlig unikaten Spiel gefunden, in dem sich, ästhetisch verdichtet durch elektronische Ausdrucksformen, die Sinnlichkeit der menschlichen Intuition idealtypisch widerspiegelt. Er war außerdem ein bedeutender Geburtshelfer für Ambient und World Music. Nichts macht seine übergroße Bedeutung deutlicher als die Liste der Musiker, mit denen der Stockhausen-Schüler gearbeitet hat, darunter Terry Riley, Brian Eno, Moritz von Oswald, David Sylvian, Ry Cooder, Jan Bang, Nana Vasconcelos, Peter Gabriel oder Bill Laswell. Wie so viele Jazzmusiker vor ihm konnte er zuletzt seine Behandlungskosten im Land der einstmals unbegrenzten Möglichkeiten nicht mehr selbst tragen. Vor gut einem Jahr hatte seine Familie daher mit Unterstützung von Weggefährten wie Brian Eno zu Spenden aufrufen müssen. Am 26. Juni 2021 ist Hassell verstorben. Seine wegweisende Energie wird nicht nur dem Jazz fehlen.

Trauer um Peter Wolfgang Emter

Der Kulturjournalist Peter Wolfgang Emter ist tot.

Der aus Neckarsulm stammende Peter W. Emter entdeckte schon während seiner Schulzeit am Heilbronner Gymnasium und am Internat Schloss Salem seine Leidenschaft für den Jazz, die ihn ein Leben lang nicht loslassen sollte.

In Heidelberg studierte er zunächst Chemie, später Jura, machte sein Diplom in Soziologie und Politikwissenschaft. In Mannheim arbeitete Peter W. Emter zunächst mit sozial benachteiligten Jugendlichen, war dann ab den 1980er Jahren bis zu seinem Tod für die Kulturredaktion des SWR in Stuttgart tätig.

Ich kannte Peter W. Emter seit unserer gemeinsamen Studienzeit in Heidelberg. Auf die Entwicklung meiner persönlichen Leidenschaft für den Jazz hatte er einen großen Einfluss. Er wird fehlen – als Jazzexperte und als Mensch –, nicht nur mir.

Dr. h.c. Manfred Lautenschläger
Vorsitzender Enjoy Jazz Kuratorium

Enjoy Jazz 2021

Heute hat der Vorverkauf für die ersten Veranstaltungen des Enjoy Jazz Festivals 2021 begonnen. Sichern Sie sich schon jetzt Tickets für die Konzerte internationaler Größen des Genres wie Lakecia Benjamin, Makaya McCraven, Jaimie Branch, Tigran Hamasyan und viele andere mehr. Karten gibt es hier und an allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen.

AUSVERKAUFT

Am Sonntag, den 06.06., gastiert Enjoy Jazz bei der Sommerbühne des Karlstorbahnhofs Heidelberg. Das Konzert des Sepalot Quartet ist bereits ausverkauft.

Trauer um Michael Hilprecht, Enjoy Jazz Bigband-Leader

Die Enjoy Jazz Schulbigband trauert um einen ihrer Mitbegründer, Michael Hilprecht. Seit 2012 hat er als Bandleader gemeinsam mit Peer Hübel, Peter Jacob und der Band große Erfolge gefeiert. Durch seine Begeisterungsfähigkeit und sein Engagement trug er viel dazu bei, dass die Band nun da steht wo sie ist: Sie ist aus dem Festival nicht mehr wegzudenken.
Michael, wir vermissen dich und wir trauern um dich. Du hast im Bewusstsein deiner Krankheit immer noch alles für diese Band gegeben und dann noch zwei großartige Konzerte mit uns erleben dürfen.
Ruhe in Frieden!

Die Enjoy Jazz Schulbigband setzt sich zusammen aus den talentiertesten Schülern und Schülerinnen des St. Raphael-Gymnasiums in Heidelberg, des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums in Mannheim sowie des Max-Planck-Gymnasiums in Ludwigshafen und ist elementarer Bestandteil der Enjoy Jazz Jugendarbeit in Kooperation mit der BASF SE.

Die Grande Dame des Jazz wird 85

Vor genau 50 Jahren veröffentliche Carla Bley ihr Opus magnum, die Jazz-Oper „Escalator Over The Hill“. Es gilt bis heute als eine der herausragenden kompositorischen Leistungen des Jazz. Der „Guardian“ nannte es gar „das Sgt.-Pepper-Album des neuen Jazz“. Wie ein Monolith ragt es aus der Werkgeschichte des Genres heraus. Überhaupt steckt viel Jazzgeschichte in diesem an Ehrungen reichen Leben: Noch keine 30, war Carla Bley Mitbegründerin und Co-Leader der einflussreichen Avantgarde-Formation „Jazz Composer’s Orchestra“. Der musikalische Think-Tank brachte Größen wie Michael Mantler, Roswell Rudd, Archie Shepp, Cecil Taylor, Don Cherry, Sun Ra oder Pharoah Sanders zusammen. Eine zweite Großformation hat sie ebenfalls maßgeblich mitgeprägt, als Komponistin und spätere Leiterin: das von Charlie Haden begründete „Liberation Music Orchestra“, das die taz einst süffisant als „die linke Eingreiftruppe des Jazz“ bezeichnete.Bemerkenswert sind auch Bleys kammermusikalische Arbeiten, die in ihren jünsten „Trios“-CDs mit Steve Swallow und Andy Sheppard gipfeln – und in zwei fulminaten Konzerten bei Enjoy Jazz. Carla Bleys vielleicht größte Leistung aber ist, dem Jazz einen unvergleichlichen Humor geschenkt zu haben. Er prägt nicht nur die Gespräche mit ihr, wie wir vielfach erfahren durften, sondern auch viele ihrer Kompositionen und ist sowohl Ausdruck eines anarchischen Spieltriebs als auch Sinnbild für menschliche Zugewandheit und eine unerschütterliche Gelassenheit. Happy Birthday, Carla Bley!