Irène Schweizer - Ein Film von Gitta Gsell

Sa 08.10.2016


Karlstorkino Heidelberg

AK: 7,50 € / Ermäßigt 6,50 €

Beginn: 16:45

Einlass: 16:30

Reihe: Cinema

Land: Schweiz

Besetzung:
Irène Schweizer: p

Manche Sätze bleiben in Erinnerung, weil sich in ihnen eine komplette Biografie manifestiert. In Gitta Gsells Dokumentation „Irène Schweizer“ aus dem Jahre 2005 sagt die Protagonistin an einer Stelle einen solchen Satz, nämlich: „Wenn es den Jazz nicht gäbe, wäre ich keine Musikerin!“ Der 75-minütige Film erzählt in einer nicht immer chronologischen, dafür aber aussagekräftigen Montage von Interviews, Reise-Impressionen, Konzertausschnitten und Archivmaterial von einem existentiellen, emanzipatorischen Aufbruch ins Freiere, festgehalten im Leitmotiv des Sprungs ins kalte Wasser. Dass „der Jazz“, für den sich die 18-jährige Irène Schweizer aus Schaffhausen begeisterte, nicht „der Jazz“ ist, mit dem die Pianistin zur „Grande Dame des europäischen Jazz“ wurde, daran hat Schweizer selbst den größten Anteil. Ansonsten: Aufbruch, politisch, musikalisch. 1968. Anti-Apartheidsbewegung. Männerdomäne Jazz. Brotberuf: Sekretärin. Free Music Production. Homosexuelle Frauengruppe. Feminist Improvising Group. Les Diaboliques. Rote Fabrik Zürich. Globuskrawalle. Frauenstimmrecht. Taktlos Festival. Intakt Records. Kein Wunder, dass Irène Schweizer manchmal davon träumt, Konzerte durchs Telefon zu geben. Rückblickend klingt hier manches lustiger als es wohl war. „Brutale Zeiten erfordern brutale Musik“, erklärt Jost Gebers (FMP) einmal. Noch so ein Satz. 11 Jahre ist „Irène Schweizer“ alt. Bessere Zeiten klingt gut. 2016.