Enjoy Jazz Cinema: It Must Schwing - The Blue Note Story

So 14.10.2018


Karlstorkino Heidelberg

AK: 7,50 € / ermäßigt 6,50 €

Beginn: 11:00

Einlass: 10:30

Reihe: Enjoy Jazz Cinema

Land:

Besetzung:

Ende der 1930er Jahre verließen die jüdischen Berliner Freunde und Jazz-Enthusiasten Alfred Lion (1908-1987) und Frank »Francis« Wolff (1908-1971) im Abstand von mehreren Monaten Nazi-Deutschland und emigrierten in die USA. In New York gründete Lion das „Blue Note“-Label und produzierte erste Schallplatten mit Boogie Woogie und mit „Summertime“ von Sidney Bechet als erstem Hit. Nach seiner Flucht in letzter Sekunde schloss sich Wolff 1939 dem alten Freund Lion an. Nach bescheidenen Anfängen erwies sich Lion als begnadeter Talentscout (Ultimatives Qualitätskriterium: „It must schwing!“) und gemeinsam mit dem legendären Tonmeister Rudy van Gelder (1924-2016), dem fotografischen Talent Wolffs und den Ideen des Grafikers Reid Miles (1927-1993) wurden „Blue Note Records“ in den 1950er und 1960er Jahren zu einem der renommiertesten Jazzlabels mit einer Corporate Identity und zur Anlaufstelle von Musikern wie Bud Powell, Sonny Rollins, Thelonious Monk, John Coltrane, Horace Silver, Art Blakey, Herbie Hancock, Donald Byrd, Don Cherry oder Wayne Shorter. Im Gegensatz zu anderen Labels wurden bei „Blue Note Records“ auch die Probesessions bezahlt und als Fans der Musik begegneten Lion und Wolff den Musikern mit Respekt und auf Augenhöhe. Gerade dieses für jene Zeit und in dieser Branche ungewöhnliche Ethos machte „Blue Note Records“ zu etwas ganz Besonderem, zu einer Art von gelebter Utopie, weshalb der Hamburger Filmemacher Eric Friedler in seiner Dokumentation „It Must Schwing! – The Blue Note Story“ genau darauf besonderes Gewicht legt. Fiedler hat nicht nur Zeitzeugen wie Herbie Hancock, Sonny Rollins, Ron Carter, Lou Donaldson und – kurz vor dessen Tod – Rudy van Gelder vor die Kamera geholt, sondern bestimmte »Leerstellen« der Erzählung mit Animationsszenen im Doku-Drama-Stil gefüllt. Als „Executive Producer“ des Films zeichnet übrigens Wim Wenders.