Kinan Azmeh & Florian Weber

Su 25.10.2020


BASF-Feierabendhaus Ludwigshafen

Presale: 14/18/23 €plus fees

Begin: 20:00

Entrance: 19:00

Bestuhlt

Country: Syrien / Deutschland

Besetzung:
Kinan Azmeh : cl
Florian Weber : p

Man verwendet gerne den Begriff „genreübergreifend“, wenn man nicht so recht weiß, wie man eine Musik bezeichnen soll, die ganz frei ist in ihren Bezügen und Mitteln. Bei dem Klarinettisten Kinan Azmeh und dem Pianisten Florian Weber jedenfalls könnte es kaum eine passendere Beschreibung geben als genreüberschreitende Freiheit und Offenheit. Das bezieht sich sowohl auf die diversen Assoziationen, die sie in ihrem Spiel zulassen – von der Klassik über Jazz bis hin zu orientalischen Melodielinien (und Rhythmen). Als auch auf das intuitive, eingeschworene Zusammenwirken. Wer die beiden einmal erlebt hat, wie sie über 45 Minuten improvisierend alle Räume durchmessen, die mit diesen beiden Instrumenten zu beschreiten sind, dabei einander fortwährend Impulse geben und mit ihren Ideen anstecken, der dürfte sich anschließend wie nach einer musikalischen Welt- und Zeitreise fühlen. Kinan Azmeh, 1976 in Damaskus geboren, studierte in New York – und ist dort heute zu Hause. Bei seiner Arbeit mit großen Orchestern beschäftigt er sich mit klassischen und zeitgenössischen Kompositionen; daneben spielt er mit kleineren Ensembles, und dabei vermeidet er die Einordnung in bestimmte Schubladen. Was man übrigens auch in seinen Kompositionen hören kann. Florian Weber, 1977 in Detmold geboren, ist in dieser Hinsicht ein Bruder im Geiste. Er arbeitete mit Albert Mangelsdorff, Michael Brecker oder Lee Konitz; mit dem Trio Minserah erkundete er, wie sich unterschiedlichste Stile in eine neue Sprache übersetzen lassen. Zuletzt veröffentlichte er bei ECM das Album „Lucent Waters“ (mit Ralph Alessi, Linda May Han Oh und Nasheet Waits), Ende Oktober wird er in Berlin ein neues Projekt mit dem Ensemble Modern vorstellen. Man sieht also, welch musikalischen Universen da in Ludwigshafen zusammentreffen – nicht ausgeschlossen, dass die beiden bei ihrem Auftritt auch Stücke von Bartok so spielen, wie man sie noch nie gehört hat.