Rabih Abou-Khalil

Mi 16.10.2019


Friedenskirche Heidelberg

VVK: 32 € zzgl. Geb

AK: 37 €

Beginn: 20:00

Einlass: 19:00

Reihe: Kirchenkonzerte

Land: Libanon

Besetzung:
Rabih Abou-Khalil : oud
Luciano Biondini : acc
Jarrod Cagwin : dr, perc

Es braucht immer wieder Künstler, die das ästhetische Verständnis intuitiv oder bewusst, auf jeden Fall aber kompromisslos erweitern: Als der 1957 in Beirut geborene Oud-Spieler Rabih Abou-Khalil, der 1978 vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Deutschland geflohen war, arabische Musik mit Jazz verband, da war das für die meisten Hörer noch sehr ungewohnt. Zumindest ungehört in dieser fast schon altmeisterlichen, reifen, natürlichen Form, wie Abou-Khalil für sich die verschiedenen Quellen seiner Musik interpretierte und verschmolz. „Die Tradition von heute ist die Revolution von gestern“, sagte er einmal. Die Auffächerung des Jazzidioms, heute längst üblich, verdankt sich auch ihm. Die Linien, die er zwischen Ost und West zieht, sind vor allem eines: verbindend. Und im Verbindenden liegen Kraft und Sensibilität. Die arabische Laute ist für ihn dabei ein Instrument, das sämtliche Gefühlsregungen abbilden kann, feingliedrig und rhythmisch ist, ein riesiges Vokabular hat – das ist auch nötig, wenn man bedenkt, welche Räume seine vielschichtige Musik durchmisst: Er arbeitete mit dem Kronos Quartet, dem Ensemble Modern oder dem ARTE Quartett, mit Kenny Wheeler, Joachim Kühn, Steve Swallow, Charlie Mariano, Glen Velez oder Michel Godard. Die unwahrscheinlichste Kollaboration ist ihm eine Selbstverständlichkeit. So etwas wie reine Kultur gebe es nicht, sagte er einmal, die Leute seien immer von hier nach da gezogen. Die Rede von reiner Kultur – das sei faschistisch. Recht hat er.

Das Konzert ist bestuhlt.