Late Night Stranger: Gonjasufi

Mo 30.10.2017


Karlstorbahnhof Heidelberg

VVK: 16 € zzgl. Geb

AK: 20 €

Beginn: 23:00

Einlass: 22:30

Reihe: Late Night Stranger

Land: USA

Besetzung:
Gonjasufi: voc, sampler

Ein Yogalehrer als Schmerzableiter durch Schmerzakkumulation in der Kunst, auch nicht schlecht! Hinter Gonjasufi steckt der US-Amerikaner Zumach Eck, der mit Kind und Kegel irgendwo in der Wüste in der Nähe von Las Vegas lebt und auf »broken music«, auf Verzerrer, Störgeräusche und stolpernde Beats steht. Nachdem ihm ein Gastauftritt auf dem Flying Lotus-Album „Los Angeles“ erste Aufmerksamkeit verschafft hatte, legte er mit den Alben „A Sufi And A Killer“ und „MU.ZZ.LE.“ nach, die ihn zwar zum Kritikerliebling machten, aber zum mit der eigenen Arbeit unzufriedenen Kritikerliebling. Gonjasufi wollte die volle Unabhängigkeit als Musiker und Produzent und präsentiert mit „Callus“ ein Album, dessen Tracks sich mit der Lust einer gediegenen Zahnwurzeloperation ohne Betäubung in den Schmerz der Menschheit hereinbohrt. Was Gonjasufi hier mit Rap, Blues, Noise und Dub anstellt, mag ältere Hörer an die bösen Soundexperimente erinnern, mit denen Mark Stewart in den 1980ern an der Seite von Tackhead das Publikum zu agitieren versuchte. Nur jetzt eben nicht mehr mit letztlich verbissener optimistischer Wucht, sondern in der härteren Variante: durch Qual zum Licht in Lo-Fi-Qualität. Musik zur Zeit.