Mashrou' Leila

Fr 16.11.2018


Stadthalle Heidelberg

VVK: 36 / 20 € zzgl. Geb

AK: 42 / 25 €

Beginn: 20:00

Einlass: 19:00

Land: Deutschland / Finnland / Libanon / Palästina

Besetzung:
Habibi Funk:
Jannis Stuertz: elec
---
Kari Ikonen : p
Olli Rantala : b
Markku Ounaskari : dr
Mashrou'Leila:
Hamed Sinno : voc
Ibrahim Badr : bg
Carl Gerges : dr
Haig Papazian : v
Firas Abou Fakher : g
---
Zenobia:
Nasser Halahlih : synth, ableton push
Isam Elias : keys, synth, drum pad

Aftershow: Zenobia & Habibi Funk

War das ein Eröffnungskonzert des Festivals 2016, als Mashrou´ Leila die Stadthalle Heidelberg unerhört zügig in die Dancehall Highdelberg verwandelten. Selten solch eine Euphorie erlebt! „Denkwürdig“ wäre das Wort dafür. Rückblickend staunt man nur über seinerzeit durchaus diskutierten Befürchtungen im Vorfeld, mit einer hierzulande fast unbekannten Indie-Rock-Band aus dem Libanon – Masrou´ Leila hatten 2016 keine Handvoll Konzerte in Deutschland gespielt! – ein Festival für Jazz und Anderes zu eröffnen. Kurzum: die Einladung von Mashrou´ Leila war ein Statement und eine Zumutung. Ein Statement in Sachen emanzipatorischer Selbstermächtigung und eine Zumutung, weil der charismatische Sänger Hamed Sinno seine mal poetischen, mal kritischen Texte gegen Nationalismus, Korruption, Gewalt gegen Frauen und Homosexuelle und für religiöse Freiheit und Toleranz gegenüber queerer Sexualität auf Arabisch singt. Mashrou` Leila ist kein eskapistisches Entertainment, aber der übersetzte Name der Band lautet eben auch „Nächtliches Projekt“. Indes: die Band ist gegenüber interkulturellen Projektionen und politischen Vereinnahmungen durchaus sensibel und will sich nicht als Band des Arabischen Frühlings verstanden wissen, sondern lieber als Band mit unmissverständlichen Haltungen. Insofern ist die Platzierung des Konzerts zum Festivalausklang 2018 auch ein kleiner strategischer Glücksfall, weil dadurch die Symbolpolitik und die stets drohende Gefahr einer wohlfeilen Vereinnahmung etwas heruntergedimmt wird.