Matinee: John Coltrane. Befreiung oder Bürde?

So 14.10.2018


Europäischer Hof Heidelberg

VVK: 5 € inkl. Geb

AK: 5 €

Beginn: 12:00

Einlass: 11:00

Reihe: Matineen

Land: Deutschland / USA / Frankreich / Schweiz

Besetzung:
Alexandra Lehmler
Tobi Müller

55 Jahre lang lagen die Bänder unbeachtet herum, ohne dass jemand ahnte, was darauf zu hören sein würde: ein verschollen geglaubtes Album von John Coltrane, aufgenommen am 6. Marz 1963 – eine Sensation also. Sonny Rollins meinte, dieser Fund komme der Entdeckung einer „neuen Kammer in der Großen Pyramide“ gleich; die SZ wollte das noch toppen und schrieb, „Both Directions at Once“ – unter diesem Titel ist das Album nun erschienen – sei wie das Auftauchen einer unbekannten Sinfonie Beethovens. Die Feuilletons auf der ganzen Welt überschlugen sich. Coltrane ist einer der bedeutenden Erneuerer des Jazz, und sein früher Tod 1967 hat durchaus dazu beigetragen, dass er heute ein Mythos ist – für manche gar ein Heiliger. Das heißt aber auch: Kein junger Saxofonist kommt daran vorbei, sich mit Coltrane auseinandersetzen, sich in seine Tradition zu stellen oder sich kritisch an ihm abarbeiten zu müssen. Coltrane ist zum Maßstab geworden. Der Musikjournalist Tobi Müller wird sich anlässlich des Lost Albums mit der Saxofonistin Alexandra Lehmler über den seine Schatten bis in die Gegenwart werfenden Coltrane unterhalten. Lehmler ist bei EJ keine Unbekannte, trat beim Festival öfter auf; 2014 erhielt sie den Jazzpreis Baden-Württemberg. Und auch ihr Spiel wurde immer mal wieder mit dem des Über-Vaters in Verbindung gebracht. Was also bedeutet John Coltrane – Bürde oder Befreiung?