Max Andrzejewski´s HÜTTE and guests play the music of Robert Wyatt

Sa 20.10.2018


Karlstorbahnhof Heidelberg

VVK: 16 € zzgl. Geb

AK: 20 €

Beginn: 21:00

Einlass: 20:00

Land: Deutschland

Besetzung:
Johannes Schleiermacher : sax
Tobias Hoffmann : g
Andreas Lang : b
Max Andrzejewski : dr
Cansu Tanrikulu : voc
Jörg Hochapfel : keys, g

„Man arbeitet und singt, man lernt und singt, man lebt und singt. Lebenserfahrung sedimentiert sich im Gesang. Das ist Folklore, authentische populäre Musik. In dieser Tradition sehe ich mich“, hat Robert Wyatt vor einigen Jahren ausgeführt. Und nun? Seine Stimme fehlt! Er fehlt, sehr! Im Herbst 2014 erklärte Robert Wyatt (Ex-Soft Machine, Ex-Matching Mole) seinen Rückzug aus der Musik. Nicht nur, dass ihn die Politik aktuell mehr beschäftige als die Musik, nein, er sei mittlerweile 69 Jahre alt, 50 Jahre im Business – und ein Lokomotivführer gehe ja schließlich auch mit 65 in Rente. Verstummt ist damit eine auch stets politische Stimme, deren traurige und deprimierende Brüchigkeit nicht nur (aber auch!) von Verlorenheit und Einsamkeit in der Vereinzelung im Neoliberalismus erzählte, sondern auch – wie Diedrich Diederichsen einmal formulierte – eine kämpferische Haltung spüren ließ, „die sich alles »Männliche« und »Kriegerische« abgeschminkt hat“. Genau davon haben sich immer wieder KünstlerInnen inspirieren lassen und sich mit der Musik Robert Wyatts auseinandergesetzt. So beeindruckte das Orchestre National de Jazz 2009 im Rahmen von Enjoy Jazz in der Mannheimer Feuerwache mit seinem Programm „Around Robert Wyatt“. 2018 übernehmen die so ambitionierten wie abenteuerlustigen Max Andrzejewski´s HÜTTE, souveräne Gewinner des Neuen Deutschen Jazzpreis Mannheim 2013, mit Gästen die Stafette und versprechen ein 50minütiges dramaturgisch durchdachtes Programm aus Wyatt-Songs verschiedener Perioden. Aus gesundheitlichen Gründen ist mit dessen persönlichen Erscheinen in der Feuerwache zwar nicht mehr zu rechnen, aber Wyatt zeigte sich vom Projekt durchaus bewegt: „The project is great for my sense of still being alive, knowing that these brilliant young musicians look my way for a moment.“ An diesem Abend, so viel ist mal sicher, werden sehr viele Blicke, Gedanken und Wünsche gen Lincolnshire Wolds gehen, Old Rottenhat!